Blog zur aktuellen Schnee- und Lawinensituation:

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Momentan liegt in den Nordalpen im Vergleich zum langjährigen Mittel überdurchschnittlich viel Schnee. Die Schneehöhen betragen dabei auf 1.800 Metern Höhe in fast allen Skigebieten über 2 Meter (Beispiel Messstation Osterfelder bei Garmisch-Partenkirchen).

Interview mit dem Leiter der Berg- und Skischule VIVALPIN Christof Schellhammer:

 

Blog zur aktuellen Schnee- und Lawinensituation:

Momentan liegt in den Nordalpen im Vergleich zum langjährigen Mittel überdurchschnittlich viel Schnee. Die Schneehöhen betragen dabei auf 1.800 Metern Höhe in fast allen Skigebieten über 2 Meter (Beispiel Messstation Osterfelder bei Garmisch-Partenkirchen).

Interview mit dem Leiter der Berg- und Skischule VIVALPIN Christof Schellhammer:

Der Lawinenlagebericht warnt vor Skitouren und Abfahrten abseits gesicherter Pisten. Welche Vorsichtsmaßnahmen treffen die VIVALPIN Berg- und Skiführer?

CS: Entscheidungsgrundlage der Staatlich geprüften VIVALPIN Berg- und Skiführer ist immer der Lawinenlagebericht. Wenn dieser vor Abfahrten warnt, dann werden sich die Bergführer selbstverständlich an diese Empfehlungen halten und die Kurse und Touren im entsprechend lawinengesicherten Gelände abhalten.

Wie schätzt Du die Entwicklung der allgemeinen Verhältnisse zum Skifahren ein?

CS: Bessere Verhältnisse zum Skifahren kann man sich momentan kaum vorstellen: Es gibt reichlich Pulverschnee bis in Tallagen, die frisch präparierten Pisten gleichen einem geriffelten Plüsch-Teppich, auf dem es sich herrlich carven lässt.

Abseits der gesicherten Pisten wird man aber noch einige Tage Geduld oder viel Erfahrung brauchen, um Skitouren und Variantenabfahrten zu unternehmen. Solange die Lawinengefahr groß (= Stufe 4) bleibt, sollte man die gesicherte Piste nicht verlassen, auch nicht für vermeintlich kleine Abfahrtsvarianten in Pistennähe. Das gilt für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis gleichermaßen.

Wie verhält sich ein Profi-Berg- und Skiführer bei den aktuellen Verhältnissen?

CS: Für einen Profi gibt es auch bei einer schwierigen Lawinenlage (z.B. bei Stufe 3) viele Möglichkeiten, seinen Gästen einen herrlichen Skitag zu ermöglichen. Er wird dafür sein Fachwissen und seinen reichen Erfahrungsschatz einsetzen und zum Beispiel das Gelände entsprechend der Lawinensituation mit günstiger Hangneigung und Exposition auswählen. Dabei sollte das Risiko bei den geplanten Skitouren und Abfahrten nicht über ein normales, gesellschaftlich akzeptiertes Risiko hinausgehen. Die große Kunst besteht dabei für den Bergführer darin, schon im Vorfeld die geplante Tour mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wie z.B. Wetter- und Lawinenlagebericht oder Geländeinformation so zu planen, dass die Durchführung dann tatsächlich möglich ist

Gibt es für das Verhalten der Bergführer Vorgaben durch die Bergschule?

CS: Die Bergführer sind als hochqualifizierte Profis eigenverantwortlich im Gelände unterwegs. Da würde es keinen Sinn machen, aus dem Bergschulbüro Anweisungen zu geben. Allerdings hat VIVALPIN bereits vor 15 Jahren ein verbindliches Risikomanagement für alle eingesetzten Berg- und Skiführer eingeführt, in dem die durchgeführten Touren und Kurse detailliert mit Lawinenlage, Wetter, Schneeverhältnissen, Hangneigung, Exposition, Gruppenstärke usw. dokumentiert werden müssen. Das hilft dem Bergführer und der Bergschule gleichermaßen das Risiko einzuschätzen und zu minimieren. Trotzdem muss jedem klar sein, dass es eine 100% Sicherheit nicht gibt.

Noch ein passendes Schlusswort?

CS: Da möchte ich den Skiweltmeister Markus Wasmeier zitieren. Der meinte gestern in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunkt: "Früher hat man da Winter dazu gesagt. Jetzt wird es eine Katastrophe“

 

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